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15.07.2020 21:36 Alter: 134 days

Große Fleischrunde Niedersachsen


 

Pressemitteilung

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V.

15.07.2020

Steht die Nutztierhaltung in Niedersachsen vor einem Systemwechsel? Große „Fleischrunde" wird in Niedersachsen am 16.07.2020 zusammengerufen

Der Landestierschutzverband Niedersachsen begrüßt, dass Frau Ministerin Otte-Kinast grundlegende Reformen für die Ernährungsindustrie verlangt.

Seitens des Verbandes wird Otte-Kinast aufgefordert, in dieser Runde auf ihre Kritik an dem „System Fleisch" spürbare Konsequenzen folgen zu lassen.

„Es ist zu kurz gesprungen nur Reformen einzufordern, dahinter steht die Systemfrage, die beantwortet werden muss" so Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Niedersachsen. Ruhnke weiter: "Es ist nun Aufgabe der Politik, die Erfordernisse der Fleischindustrie mit den Wünschen und Begierden der Bürgerinnen und Bürger in Einklang zu bringen. Die Freiheit des Einzelnen, Nahrungsmittel mit tierischen Inhaltsstoffen jederzeit und ohne Einschränkungen zu produzieren und konsumieren und dieses Recht auch für sich in Anspruch zu nehmen, hört da auf, wo durch dieses Verhalten eine Schädigung des Gemeinwohls eintritt, wie z.B. der flächendeckende Lockdown im Kreis Gütersloh gezeigt hat."

Die ordnungsrechtlichen Vorgaben zur Tierhaltung und die ordnungspolitischen Maßnahmen für den Markt müssen den Tierschutz, umweltverträgliche Haltung und soziale Standards durchsetzen, damit Verstöße geahndet und entstandene Wettbewerbsverzerrungen sich nicht mehr auszahlen.

Der Landestierschutzverband Niedersachsen fordert die Produktion für Nahrungsmittel mit tierischen Inhaltsstoffen auf Grundlage der Nachhaltigkeit auszurichten. Hierzu ist eine Gesamtbilanz auf energetischer oder auch auf Proteinbasis zu erstellen. Die Frage dabei lautet: Wieviel Ressourcen muss ich aufwenden, um ein Nahrungsmittel zu produzieren, welchen tatsächlichen Nährwert erreiche ich für den Menschen und wie wirkt sich die Produktion auf die Umwelt und sozialen Standards aus?

Es gilt für die Niedersächsischen Landesminister den Vollzug von Gesetzen sicherzustellen. Dies muss nun angepackt werden. Die „just in time" Behandlung von Tieren, die Akkordtötung von Tieren ohne Respekt und Achtung gegenüber dem Lebewesen Tier, sowie das Verramschen von Fleisch durch den Handel muss beendet werden," betont Ruhnke und mahnt, sich davor zu hüten, die jetzige Situation der Fleischproduktion nur unter dem Aspekt der Corona-Pandemie zu betrachten.

Freiwillige Vereinbarungen und Selbstkontrollen in der Fleischwirtschaft sind kläglich gescheitert. Es wird ein Ordnungsrecht benötigt, das diesen Namen auch rechtfertigt sowie einen personell gestärkten Vollzug mit umfassenden Kontrollen.